

Auch dieses Jahr bleibt einfach ein toller Tag in Erinnerung: Die begeisternden und begeisterten oberflächlichen Gespräche mit dem SUP aus Brescia, den Ruderern aus Frankfurt, Berlin und vom Bodensee, dem Drachenboot aus Amsterdam, dem Luftboot aus Linz, den venezianischen Ruderern aus Mestre…….

Das alles bei schönstem Sonnenschein. Auch Aeolus zeigte sich an diesem Tage gnädig, was nicht immer so ist. Ab und an eine kurze schattige Passage bei der Durchfahrt von Sant Erasmo unter der Obhut von Vereinskollegen. Anschließend läutet der Anblick des Campanile von Santa Maria Assunta im Hintergrund die baldige Wende ein. Auch ein Hauch von Hemingway weht von Torcello heran.

Ja, es war voll, richtig voll! Logisch hatte auch ich dann im Stau bei Mergozzo einen Drachen im Kreuz, ein Ruder im Bauch. Mein Missfallen haben die Schuldigen auch mitbekommen. 30 Sekunden später haben wir gemeinsam gelacht. Dann habe auch ich ein Luftboot gerammt. Ein Scusi mit einem Lächeln und die Sache ist vergessen. Kurz auf die Karte geschaut. Links abgebogen, 200 Meter Umweg und die Strecke war frei. Die kommenden acht Kilometer offenes Wasser auf dem Rückweg sind dann allerdings nicht nur reines Jauchzen und Frohlocken. Da ist schon etwas Arbeit zu leisten.


Dann die Einfahrt nach Venedig und der Misericordia Kanal mit seiner ganzen Leichtigkeit und Lebensart und -freude, jeder Mauervorsprung ein Kunstwerk, jede Ecke macht Lust auf das Dahinter. Anschließend der Canale Grande, alles zu bunt, zu schön und zu voll, trotzdem eine Atmosphäre zum Niederknieen. Man muss sich einlassen auf diese Stadt. Mit allen Sinnen. Smartwatch und die Berechnung des Kalorienverbrauchs/Paddelkilometer ist hier einfach fehl am Platz.

Die Accademia Brücke mit einem ersten Blick auf Santa Maria della Salute, vorbei an der Terrasse des Gritti, der Empfang der Urkunde und Plakette im Ziel. Jetzt erst einmal eine Banane und Wasser zur Stärkung. Die Gruppe trennt sich hier und die lieben Vereinskollegen, die ein Auge auf mich geworfen hatten, verabschieden sich in Richtung San Giorgio. Durch den Giudecca-Kanal wird es noch einmal spannend und es verlangt volle Aufmerksamkeit. Aha, alle 200 Meter ein Boot der Küstenwache. Teilweise verschwinde ich fast im Wellental.



Ziemlich Lebhaft waren die letzten Meter zwischen Wassertaxis, Vaporetti und der Apollo, bis im Ziel am Calle de la Croce zischend die Luft aus Boot und Tag entweicht. Von Giudecca ein Blick zurück auf ein Kleinod dieser Welt. Wie üblich der eine oder andere Campari auf der Promenade, dieses Mal leider im Angesicht einiger Einsätze der Küstenwache. Es sind wohl etwa 50 Personen aus dem Kanal von Giudecca gerettet worden. Nein, die Durchfahrt war speziell in diesem Jahr nicht ohne!
Ciao, alla prossima!